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Interview

11/30/14

Neue Hightech-Strategie: Drei Milliarden Innovationsförderung durch den Bund

Im September verabschiedete das Bundeskabinett eine neue Hightech-Strategie (HTS), die Deutschland zum Innovations-Weltmeister machen soll. So formuliert es die Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka. Insgesamt drei Milliarden Euro werden in verschiedene Programme investiert, die Forschung und Wirtschaft näher zueinander bringen.

Einen besonderen Fokus legt dieses Programm laut eigenen Aussagen auf kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs), die von neuen und verlängerten technologieoffenen Programmen wie ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) oder der Industriellen Gemeinschaftsforschung profitieren können. Zu den Hintergründen einer stärkeren Ausrichtung auf KMUs befragten wir Christina Brüning vom Bundesministerium für Bildung und Forschung:

Warum ist es wichtig bei KMU auch Innovationen zu stärken?

Der globale Wettbewerb macht vor kleinen und mittleren Unternehmen nicht halt. Sie können sich immer weniger darauf verlassen, dass die großen Unternehmen sie „mitnehmen“. Sie müssen sich in Deutschland, dessen wichtigste Ressource motivierte, gut ausgebildete und kreative Menschen sind, vielmehr selbst mit innovativen Angeboten oder unverwechselbaren Kompetenzen behaupten. Mit der Hightech-Strategie trägt die Bundesregierung dazu bei, dass die Risiken, die im Neuen liegen, auch von KMU getragen werden können. Zahlreiche Fördermaßnahmen auch des Bundesministeriums für Bildung und Forschung –  wie beispielsweise KMU-innovativ –  sind speziell auf Kleinunternehmen und Mittelständler oder – wie Unternehmen Region –  auf die Situation in Ostdeutschland ausgerichtet.

Worin sehen Sie das Potential von KMU?

Wir haben in Deutschland etwa 110 000 innovative KMU. Das ist zwar auch im internationalen Vergleich gut, kann aber noch gesteigert werden. Insbesondere wollen wir mehr KMU für eigene, kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gewinnen. Dies ist wie wir wissen keine unabdingbare, aber eine gute Voraussetzung für Innovationen. Hohe Flexibilität, schnelle Anpassungsfähigkeit und großes Engagement sind Stärken von vielen KMU, um im Innovationswettbewerb zu bestehen.    

Und natürlich: auch SAP war einmal ein kleines Unternehmen. Das wichtigste Potenzial von KMU ist, mit Innovationen zu wachsen. Das schafft Arbeitsplätze und Wohlstand.

Inwiefern geht die Hightech-Strategie (HTS) stärker auf die Bedürfnisse der KMU ein?

Die neue Hightech-Strategie (HTS) zielt auf prioritäre Zukunftsaufgaben und nimmt dabei neue Herausforderungen auf. Bei der Digitalisierung und dem Ziel einer innovativen Arbeitswelt wird die Relevanz für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besonders deutlich. Sie leisten, zum Beispiel als Softwarefirmen oder Maschinen- und Anlagenbauer, einen erheblichen Beitrag zu den erforderlichen Lösungen. Gleichzeitig stellen Sie den Großteil der Arbeitsplätze in Deutschland und müssen mit der Digitalisierung umgehen. Eine innovative Arbeitswelt entsteht nur, wenn auch die KMU gute Arbeitsplätze anbieten.      

Wenn wir in der HTS Schwerpunkte auf den Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft, die Internationalisierung oder den Dialog mit dem Bürger legen, denken wir insbesondere an die Belange von KMU. Die im Rahmen der HTS weiterentwickelten und neu startenden Maßnahmen werden deshalb KMU besonders adressieren. Große Unternehmen können ihre Interessen zwar selbst in die Hand nehmen, sind aber in Innovationsketten, Netzwerken und Clustern wichtige Ankerpunkte, die deshalb selbstverständlich auch zu den Zielgruppen der Maßnahmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gehören.