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Interview

Forschungsförderung neu gedacht: Prof. Georg Westermann über das Application Lab an der Hochschule Harz

Prof. Georg Westermann

Seit zwei Jahren gibt es an der Hochschule Harz das Application Lab: Drei Mitarbeiter unterstützen die Professoren der Hochschule bei der Entwicklung neuer Forschungsprojekte. Die Aktivitäten reichen von der Projektdefinition über die Suche nach geeigneten Unternehmenspartnern bis zur Sicherung der Finanzierung. Im Interview berichtet der Initiator des Application Lab, Prof. Georg Westermann, über die Arbeit und erste Erfolge. Er ist an der Hochschule Harz seit 2012 Prorektor für Forschung und Internationales.

Herr Prof. Westermann, warum war es nötig, das Application Lab zu gründen?

Für Wissenschaftler von Fachhochschulen ist es schwerer als für Universitätsprofessoren zu forschen, da sie im Normalfall kein Personal haben. Das ist ein bekanntes Problem und hat sich in meinen Gesprächen mit meinen Kollegen noch einmal bestätigt. Deshalb wollten wir personelle Kapazitäten mit entsprechendem Knowhow schaffen. Hinzu kam, dass das KAT-Netzwerk seit 2013 vor allem den Forschungstransfer fördern soll.

Das heißt, das Application Lab wird komplett aus KAT-Mitteln finanziert?

Richtig. Gemäß unserem politischen Auftrag fördern wir keine reinen Forschungs- und Entwicklungsprojekte mehr, sondern eine Infrastruktur, über die Forschung und Entwicklung realisiert werden soll. Zur Finanzierung der Forschung  setzen wir auf Programme auf Landes- und Bundesebene, EU-Fördermittel und Stiftungsgelder.

Wie ist die Resonanz auf Ihr Angebot?

Die ohnehin forschungsstarken Professoren sind dankbar für die zusätzliche Unterstützung und begrüßen das Application Lab sehr. Wir konnten aber auch andere Kollegen dafür gewinnen Projekte zu initiieren. Besonders freut uns die Resonanz der Wirtschaft: Die Anträge wurden gemeinschaftlich mit  Unternehmen und  Vereinen aus der Region sowie kommunalen Verwaltungen erarbeitet.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis insgesamt nach 2 Jahren?

Das Antragskonzept hat sich bewährt. Dafür spricht, dass sich bereits andere Hochschulen für das Modell interessieren. Aber auch die Zahlen: Das Application Lab hat in den vergangenen beiden Jahren 41 Förderanträge und Angebote erarbeitet oder begleitet. 14 Anträge wurden bereits bewilligt, weitere 12 werden aktuell geprüft. Damit konnten insgesamt mehr als 200.000 Euro an Forschungsmitteln für die Hochschule und ihre Institute sowie rund 1 Million Euro für die Partner aus Wirtschaft und Verwaltung eingeworben werden.

Das Interview führte Claudia Kusebauch.