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Projektabschluss

InfraKopter an der Hochschule Harz: Innovation hilft bereits in der Landwirtschaft

Prof. Frieder Stolzenburg (rechts) und Falk Schmidsberger (links) im Labor für mobile Systeme an der Hochschule Harz.

Im November 2014 berichteten wir über das Projekt „InfraKopter“ an der Hochschule Harz, das im Mai dieses Jahres seinen Abschluss fand. Aus diesem Anlass stellte sich der Projektleiter Prof. Frieder Stolzenburg noch einmal unseren Fragen.

Herr Prof. Stolzenburg, ist es Ihnen gelungen, einen Flugroboter für komplexe Infrarotaufnahmen zu entwickeln?

Ja. Das Projektziel, aus vielen Infrarotaufnahmen ein Gesamtbild durch sogenanntes Stitching zusammenzusetzen, wurde erreicht, und zwar sowohl im Nah- als auch im Fern-Infrarotbereich (Wärmebilder). Gerade in der Schlussphase des Projekts konnten interessante Infrarot-Aufnahmen bei Testbefliegungen gemacht werden. Zum Beispiel konnten wir Wärmebilder einer Photovoltaik-Anlage erstellen und eine archäologisch bedeutsame Fläche untersuchen.

Gab es noch andere Forschungsergebnisse, die so nicht zu erwarten waren?

Es stellte sich heraus, dass bei Tage die Wärmebild-Fotografie wegen des Schattenwurfs der Sonne nur wenig aussagekräftige Ergebnisse liefert, speziell für archäologische Anwendungen. Hier führen wir derzeit noch Langzeitversuche durch, um die unterschiedlichen Erwärmungs- und Abkühlungsverläufe verschiedener Materialien im Tagesverlauf zu analysieren.

Gibt es bereits erste Erfolge beim Einsatz des InfraKopters?

Der Markt zum Einsatz von Multikoptern mit Infrarotkameras entwickelt sich noch. Erste Aufträge und Kontakte erfolgten aber, unter anderem mit Unternehmen im Bereich der Landwirtschaft.

Planen Sie weitere, ähnliche Forschungsprojekte?

Zusammen mit dem Julius-Kühn-Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Deutschland ist ein vielversprechendes, größeres Forschungsprojekt angedacht. Ein Projektantrag (Skizze) zum Thema Big Data in der Landwirtschaft, bei dem Multikopter zur Unkraut-Identifikation eingesetzt werden sollen, wurde beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingereicht.

Das Interview führte Claudia Kusebauch.