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Forschung geht weiter

10/15/15

Gyrocopter der Hochschule Anhalt fliegt für Umweltforschungszentrum

Erste Ergebnisse der Flüge. Grafik: UFZ.

Forscher der Hochschule Anhalt und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig arbeiten an einer neuen Möglichkeit, die Bodenfeuchte über schwer zugänglichen Gebieten zu messen. Dazu haben sie den Neutronendetektor des UFZ erstmals fliegend im Gyrocopter der Hochschule eingesetzt. Die Daten sind wichtig für Landwirtschaft und Hochwasserschutz.  

120 Minuten Flug mit dem mobilen Neutronendetektor

„Der Einbau und Betrieb des Neutronendetektors im Gyrocopter war problemlos möglich“, erklärt Prof. Lothar Koppers vom Dessauer Fachbereich Architektur, Facility Management und Geoinformation, „und die Ergebnisse sind sehr erfolgversprechend.“ Nach rund 120 Minuten Flug über einem sehr großen Gebiet um Dessau im Sommer dieses Jahres liegen nun valide, auswertbare Daten vor. „Damit können wir die Bodenfeuchte auch leichter messen und in akuten Situationen schneller reagieren“, so Lothar Koppers, der die Flüge selbst steuerte und dabei seine langjährige Forschungserfahrung mit luftfahrzeuggestützter Sensorik eingebracht hat.

Daten für Landwirtschaft und Hochwasserschutz

„Die Abschätzung des Wassergehalts in Böden ist eine wichtige Aufgabe, um die Auswirkungen eines sich ändernden Klimas vorherzusagen und auf diese zu reagieren“, erklärt Martin Schrön, der den einzigen mobilen Neutronen-Detektor in Europa für das UFZ schon mehrfach am Boden ausprobiert hat. Eine geringe Bodenfeuchte liefert der Landwirtschaft den Hinweis für die Notwendigkeit von künstlichen Bewässerungen. Hohe Werte können bei Hochwassergefahrenlagen problematisch sein. „Nach den ersten erfolgversprechenden Flügen wollen wir weiter an der Genauigkeit der Messungen arbeiten“, so der Doktorand.

Forschung im UFZ und an der Hochschule Anhalt

Die Messung von kosmischen Neutronen ist eine neuartige Technologie, welche als einzige in der Lage ist, die Bodenfeuchte über mehrere Hektar und bis zu 50 cm Tiefe repräsentativ zu quantifizieren. Methoden und Modelle für die regionalen hydrologischen und ökologischen Systeme gehören zu den Forschungsschwerpunkten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Der mit Sensoren ausgestattete Gyrocopter der Hochschule Anhalt – ein Tragschrauber, der sich zum Teil passiv durch Wind in Bewegung setzt sowie kleiner und leichter als ein Hubschrauber ist – wird in erster Linie zur Ermittlung von Geodaten eingesetzt. Diese setzen Prof. Lothar Koppers und Prof. Lutz Bannehr gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern unter anderem in Forschungsprojekten zum demografischen Wandel ein.


KATalysiert

Das KAT-Kompetenzzentrum der Hochschule Anhalt hat die Arbeit der Dessauer Forschergruppe im personellen Bereich sowie auch durch verschiedene Beschaffungen unterstützt.