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Forschung aus Unternehmersicht: Wolf Ventus Energy

12/15/15

„Wir sind recht schnell in Gespräche mit den Experten gekommen“

Bernd Wolf bei der Montage einer seiner Klein-Windkraftanlagen. Bilder (2): Wolf Ventus Energy.
Hochschule Harz_Wolf Ventus Energy

Erst seit zwei Jahren bietet Bernd Wolf Klein-Windkraftanlagen an. Den Vertrieb steuert er selbst aus Wimmelburg bei Eisleben. Für Bau und Montage hat er ein Partner-Netzwerk aus regionalen Handwerksbetrieben. Die ersten von ihm selbst und mit Hilfe eines Ingenieurs entwickelten Anlagen stehen bereits, zum Beispiel der St. Franziskus Grundschule in Halle (Saale). Um ein auf Dauer marktfähiges Produkt zu haben, kooperiert Wolf Ventus Energy seit kurzem mit den Hochschulen Harz und Merseburg.

Herr Wolf, wie sind Sie auf die Idee gekommen, selbst Klein-Windkraftanlagen zu entwickeln, hier in der Region bauen zu lassen und selbst zu vertreiben?

Vor ein paar Jahren hatte ein Bekannter ein ähnliches Produkt in den USA entdeckt und bat mich um den Vertrieb. Es gab dann erhebliche Lieferschwierigkeiten – übrigens auch mit einem holländischen Anbieter – und deshalb bin ich auf die Idee gekommen, die Kleinwindanlage selbst zu bauen. Denn Windenergie liegt absolut im Trend.

Es gibt weltweit mehrere hundert Hersteller von Klein-Windkraftanlagen, darunter einige auch in Deutschland. Wie wollen Sie mit der Konkurrenz mithalten?*

Wie setzen auf das Prinzip „weniger ist mehr“: Wir bauen Anlagen, die für Einfamilienhäuser eher eine Energieergänzung sind, kleiner, aber auch mit weniger als 35 db(A) wesentlich leiser als andere. Aber was noch wichtiger ist: Wir vermarkten die Klein-Windkraftanlagen als Werbeträger mit ansprechendem Design und als autarkes Komplettsystem, das sich energetisch selbst versorgt.

Typische Werbeanlage der Firma Wolf Ventus Energy.
Hochschule Harz_Wolf Ventus Energy
Wie groß ist die Nachfrage?

Täglich bekommen wir mehrere Anfragen von Hausbesitzern und Unternehmen. Auch die ersten Werbeanlagen stehen, mit weiteren regionalen und überregionalen Gewerbebetrieben bin ich im Gespräch. Das Interesse ist auf jeden Fall vorhanden. Um eine Klein-Windkraftanlage unter seriösen Bedingungen aufzustellen, braucht es aber Tests der örtlichen Bedingungen, die bis zu einem Jahr dauern können.

Welche Ziele verfolgen Sie mit den Hochschul-Kooperationen?

Mit der Hochschule Merseburg wollen wir herausfinden, wie man die Windkraftanlagen wirtschaftlicher und effizienter bauen kann, auch um sie zu einem besseren Preis anzubieten. Mit der Hochschule Harz wollen wir eine bessere Beleuchtung und einen eigenen Generator entwickeln, den wir zurzeit noch aus dem Ausland dazukaufen.

Wie gestaltet sich Ihre aktuelle Zusammenarbeit?

Nach dem ersten Kontakt auf der Info-Veranstaltung in Sangerhausen mit den KAT-Verantwortlichen haben wir recht schnell Gespräche mit den Experten an den Hochschulen führen können. In Merseburg ist eine unserer Flügelanlagen schon vermessen worden, um ein digitales 3-D-Modell zu erstellen und Prototypen in 3 D zu drucken. Von der Hochschule Harz kam bereits das Signal: Ja, wir haben Erfahrungen mit den benötigten Generatoren und können Euch helfen. Ein erstes Fachgespräch mit den Wissenschaftlern vor Ort hat es bereits gegeben. Und die ersten Zielparameter wurden auch schon festgelegt. Das gilt auch für die Unterstützung beim energieeffizienten Beleuchtungskonzept.

Wie wollen Sie die Entwicklungsarbeit finanzieren?

Bislang habe ich das ganze Unternehmen mit privatem Kapital und einer Finanzierung gestemmt. Durch den Forschungs- und Entwicklungsansatz hoffe ich nun auf eine Unterstützung über eine Projektförderung.