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Innovationsmanagement: Interview mit Henning Rode, Wirtschaftsförderer in Quedlinburg

03/29/16

Reden, reden, reden

Der Wirtschaftsförderer Henning Rode vor Quedlinburger Welterbe-Kulisse.
Henning Rode_Quedlinburg

„Forschung ist wichtig, Punkt“, sagt Henning Rode, „die Frage ist, wie man sie in Kooperationen und konkrete Projekte umsetzt“, so der Wirtschaftsförderer von Quedlinburg. Eines seiner wichtigsten Mittel: das Gespräch. Dass Kommunikation ein entscheidendes Element positiver Stadtentwicklung und von Innovationsmanagement ist, stellen erfolgreiche Beispiele immer wieder unter Beweis.* Von seinen Zielen, Grenzen seiner Arbeit und Erfahrungen hat uns Henning Rode im Interview berichtet.

Herr Rode, mit wem sind Sie in Ihrer Funktion als Wirtschaftsförderer im Gespräch?

Mit jedem, der der Wirtschaftsförderung bedarf – und mit allen, die Wirtschaft fördern, und das sind viele! Sachsen-Anhalt ist ein starker Wirtschaftsstandort mit breiten Unterstützungsstrukturen, von den Hochschulen über die Agentur für Arbeit, die Kammern und die Wirtschaftsclubs bis hin zur Investitionsbank und der Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Nicht zuletzt das KAT-Netzwerk ist hier zu erwähnen. Alle fördern Wirtschaft! Deshalb gibt es auch auf der Internetseite der Welterbestadt Quedlinburg ein ständig wachsendes Netzwerk unter dem programmatischen Titel „Wir fördern Wirtschaft“, um das Vertrauen der Unternehmen in den eigenen Standort zu stärken.

Welche Rolle spielt in der Strategie für die Stadt das Thema Innovation?

Forschung ist wichtig, Punkt. Die Frage ist, wie man sie in Kooperationen und konkrete Projekte umsetzt. Wir haben innovative Unternehmen vor Ort, die in Forschung und Entwicklung investieren, nicht zuletzt weil sie dadurch ein ganz anderes Standing im Wettbewerb um Fachkräfte haben. Unser Wunsch ist, dass dies stärker in einem aktiven regionalen Netzwerk mit Forschungseinrichtungen wie der Hochschule Harz geschieht. Dafür trete ich auch ein, organisiere Termine wie unlängst mit dem KAT-Netzwerk und dem Industrieklub, moderiere Gespräche, werbe für Fachbereiche und Studiengänge. Die konkreten Projekte müssen dann aus den Unternehmen selbst kommen.

Wie reagieren die Unternehmer in Ihren Gesprächen?

Ein aktives, regionales Netzwerk mit den Hochschulen des Landes zu pflegen, war in dieser Region in der Vergangenheit nicht selbstverständlich. Entsprechend vorsichtig reagieren die Unternehmer, aber keineswegs verschlossen. Ich denke, hier ist noch einige Aufbauarbeit zu leisten.

Wie wollen Sie das schaffen?

Das Gespräch suchen und reden. Durch den Kontakt zum KAT-Netzwerk und zum Application Lab der Hochschule Harz weiß ich inzwischen sehr gut, welche Möglichkeiten die Fachbereiche Automatisierung und Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Verwaltungswissenschaften haben. Hier gibt es durchaus thematische Parallelen zu unseren Unternehmen. Natürlich kommt es auch auf die richtige Idee zur richtigen Zeit an. Deshalb müssen wir immer im Gespräch bleiben. Ich verstehe mich in erster Linie als Knotenpunkt – oder Multiplikator – mit dem Standpunkt: Wir fördern Wirtschaft und vernetzen zukünftige Partner.

Welche Unterstützung würden Sie sich durch die Hochschule wünschen?

Als Stadtverwaltung arbeiten wir schon intensiv mit den Verwaltungswissenschaften zusammen, sei es über Praktika, Projektarbeiten oder Masterarbeiten. Mit dem KAT-Netzwerk und dem Application Lab haben wir feste Ansprechpartner beim Thema Forschung und Entwicklung – das ist sehr hilfreich. Um mehr Unternehmer von einem aktiven Netzwerk aus Wirtschaft und Hochschulen zu überzeugen, wäre aus meiner Sicht ein Leuchtturmprojekt bzw. eine Best-Practice-Kooperation die nächste Aufgabe.