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Best Practice Wissenstransfer

05/03/16

Wirtschaftsinformatiker der Hochschule Merseburg untersuchen Einsatz von 3D-Technik

Der Wirtschaftsinformatiker Prof. Heiko Schinzer.
Hochschule Merseburg_Prof_Heiko_Schinzer

Neue Technologien stellen Unternehmen vor die Frage, welcher Geschäftserfolg damit verbunden sein kann. Nach Antworten suchen Wissenschaftler der Hochschule Merseburg derzeit gemeinsam mit der Wenzel Group GmbH. Der mittelständische Hersteller für Präzisionsmesstechnik möchte wissen, inwieweit sich der Einsatz von 3D-Technik lohnt.

3D-Druck erobert Fertigungsindustrie

Der Firma Wenzel geht es momentan wie vielen anderen, weiß Prof. Heiko Schinzer: „Sie erkennen den 3D-Druck als geniale Technologie, wissen aber noch nicht, wie sie diese einsetzen können.“ Der 3D-Druck erobert immer mehr Bereiche der Fertigungsindustrie, indem Werkstücke aus Kunststoff, Glas, Keramik und sogar Metall auf der Basis von Daten individuell hergestellt werden. Die Technologie hat sich in den vergangenen Jahren so rasant entwickelt, dass sie inzwischen auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erschwinglich ist.

Einsatz ohne Ziel

„Allerdings können rund 50 Prozent der Hersteller von 3D-Druckern nicht sagen, wie die Geräte eigentlich eingesetzt werden“, sagt Prof. Schinzer, der im Rahmen des Forschungsprojekts „3D-Druck für den Mittelstand“ erst kürzlich eine Befragung durchgeführt hat. „Die Technik-Begeisterung scheint viele zum Kauf zu verleiten, ohne einen konkreten Nutzen zu definieren“, schätzt der Wirtschaftsinformatiker, der mit seiner Forschung für die Firma Wenzel und andere KMU das Gegenteil bewirken will.

Die Geschäftsführerin der Wenzel Group GmbH Dr. Heike Wenzel.
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Auswirkungen auf Supply Chain Management

Dazu nimmt er mit seinem Projektteam die betrieblichen Prozesse auf, angefangen von der Steuerung des Unternehmens über Produktentwicklung und Konstruktion bis hin zu Lager und Logistik oder Rechnungswesen. „Dann modellieren wir konkrete Anwendungsfälle der additiven Fertigung“, erklärt Prof. Schinzer, „und analysieren die Auswirkungen auf Liefer- und Wertschöpfungskette.“ Zusätzlich steht den Wissenschaftlern ein Wenzel-Computertomograph zur Verfügung, um festzustellen, inwieweit die Daten in 3D gedruckt werden können und sich etwa für das so genannte „Revers Engineering“ nutzen lassen.

Wenzel Group – Partner der Wissenschaft

In Wiesthal ist diese Offenheit gegenüber Partnern aus der Wissenschaft Teil des Credos des Traditionsunternehmens, das zu den Marktführern in der Messtechnik gehört und weltweit Tochtergesellschaften besitzt. „Wissenschaftler denken freier und sehen eher neue Anwendungen als wir“, sagt Dr. Heike Wenzel von der Geschäftsführung. Ihr Unternehmen setzt auf die Zusammenarbeiten mit verschiedenen Hochschulen, um Innovationen zu generieren und auf Trends zu reagieren. Heike Wenzel: „Den IST-Rahmen für den Einsatz der 3D-Technologie könnten wir selbst nicht so effizient entwickeln wie es jetzt mit der Hochschule Merseburg geschieht.“