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Fördermöglichkeit Transfergutschein

10/24/16

Zum Beispiel: neue Softwarelösungen für Unternehmensprozesse finden

Die AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. hat vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass Sachsen-Anhalt mit Transfergutscheinen gute Erfahrungen macht, wenn es darum geht, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. Das Land gibt jährlich mehrere hundert Transfergutscheine über die Hochschulen aus, um Praktika, Projektarbeiten und Abschlussarbeiten finanziell zu unterstützen. An einem Beispiel zeigen wir, wie diese Fördermöglichkeit funktioniert und wie Studierende und Unternehmen profitieren können.

Wert und Antrag

Jeder Transfergutschein hat einen Wert von 400 Euro und gilt pro Projekt. Jede Hochschule hat eine separate Stelle, über die Transfergutscheine beantragt werden können. Antragsteller sind die Studierenden. Der Unternehmer gibt in der Regel nur ein kurzes, schriftliches Statement nach Abschluss des Projekts ab. „Dabei konnten mit dem aktuellen Wissen der Studierenden vor allem in kleinen Unternehmen beachtliche Verbesserungen erreicht werden“, sagt Matthias Zaha vom KAT-Netzwerk der Hochschule Merseburg, hier unter anderem verantwortlich für das Transfergutscheinprogramm.


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© Herbert Käfer  / pixelio.de

Welche Software eignet sich für eine Bauschlosserei? Diese Frage beantworteten angehende Wirtschaftsinformatiker der Hochschule Merseburg im Rahmen eines Transfer-Gutschein-Projekts. Bild rechts: © Herbert Käfer  / pixelio.de, www.pixelio.de


Transfer an der Hochschule Merseburg

An Matthias Zaha wenden sich unter anderen regelmäßig Studierende von Prof. Lutz Klimpel. In seiner Lehrveranstaltung „Einführung in die Wirtschaftsinformatik“ haben (hauptsächlich) Dritt-Semester die Möglichkeit, ihre Prüfungsleistung im Rahmen eines Projekts mit einem Unternehmen oder einer Klausur abzulegen. In diesem Wintersemester haben sich immerhin 40 der rund 150 Studierenden für ein Unternehmensprojekt entschieden. Es ist mit einem höheren zeitlichen Aufwand als die Klausur verbunden, sichert den Studierenden aber auch die tiefere Anwendung ihres Wissens. Zudem winkt zu guter Letzt der Transfergutschein.

Wirtschaftsinformatiker analysieren Prozesse

Der Benefit für die Unternehmen liegt schon in der Organisation der Projekte, die durch den Lehrstoff von Prof. Klimpel vorgegeben ist. „Die Studierenden lernen in der Vorlesung, welche Methoden wichtig sind, um fundiert zu Anwendungssystemen beraten zu können. Es geht darum, wie man Unternehmensprozesse analysiert und aus einer Reihe von Softwarelösungen die richtige auswählt“, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Stefan Sprick. Mit der Anleitung im Kopf gehen die Studierenden in die Unternehmen und wenden die gelernten Schritte an. Dazu sprechen die Teams aus vier bis fünf Studierenden mit den Unternehmern, fragen Informationen ab und sehen sich Prozesse vor Ort an. Zwischenergebnisse und Fragen klären sie in engem, regelmäßigem Kontakt mit Prof. Klimpel.

Softwarelösungen suchen und testen

Am Ende des Semesters halten die Unternehmer eine Empfehlung für eine neue Softwarelösung sowie eine Wirtschaftlichkeitsrechnung in der Hand, die klar darstellt: „Wenn wir von Software A auf Software B umstellen, dann werden wir das zu investierende Kapital auch wieder reinholen und ab dem Datum X wirtschaftlicher fahren als vorher“, erklärt Stefan Sprick. Das spare vor allem Zeit, denn für jedes Problem gebe es heutzutage zwischen 10 und 20 Softwarelösungen. Diese zu recherchieren und zu testen, habe kaum ein Unternehmer im Tagesgeschäft Zeit.

Studierenden-Projekt in der Bauschlosserei Sabel

So ging es auch Frank Sabel in seinem Familienunternehmen - einer Bauschlosserei.

KAT: Um welche Prozesse Ihres Unternehmens ging es?

Frank Sabel: Es wurden alle relevanten Unternehmensprozesse abgedeckt. Dazu zählen die Bearbeitung neuer Anfragen, Angebotserstellung, Auftragsdurchführung und Rechnungslegung. Die Arbeit mit der Softwarelösung beschleunigt die Verwaltung aller anfallenden Dokumente und bestimmte Vorgänge konnten standardisiert werden.

KAT: Wie haben Sie sich in das Projekt eingebracht?

Frank Sabel: Ich habe den Studenten bei der Analyse der Unternehmensprozesse aufkommende Fragen erklärt und meine Anforderungen an eine Prozessoptimierung dargestellt. Bei der durchgängig selbständigen Arbeit der Studenten war eine weitere Betreuung nicht notwendig.

KAT: Wie bewerten Sie das Projekt im Nachhinein: Kosten und Nutzen?

Frank Sabel: Rückblickend kann ich sagen, dass dieses Projekt sehr erfolgreich umgesetzt wurde und meine Arbeit sehr erleichtert. Der Nutzen überwiegt sehr deutlich die dafür aufgebrachten Investitionen. Auch an dieser Stelle kann ich die kompetente und engagierte Arbeit der Studenten nur loben.