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Thema Innovationspreise

02/02/18

Prof. Uwe Heuert: Mit dem Preis war wichtige Botschaft verbunden

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Prof. Uwe Heuert (2.v.r.) und Oliver Punk (3.v.l.) bei der Preisverleihung in der Leopoldina. Bildrechte IMG Sachsen-Anhalt, Fotograf Joachim Blobel.
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Über die Auszeichnung mit Innovationspreisen berichten wir in nahezu jedem KAT-Newsletter. Aber was bleibt für die Preisträger nach der feierlichen Überreichung? Wie denken sie später darüber und hat sie der Preis vorangebracht? Das fragen wir in Zukunft öfter nach. Prof. Uwe Heuert konnte mit seinem Spin-Off-Unternehmen exceeding solutions in diesem Jahr gleich mehrere Preise erringen, zuletzt am 6. Dezember den 1. Platz des Hugo-Junkers-Preises in der Kategorie Innovativstes Start-up.

Prof. Heuert, warum haben Sie sich um die Innovationspreise beworben?

Um ehrlich zu sein, war das gar nicht unsere Idee – auch weil unser Spin-Off aktuell so gut läuft und wir wenig Zeit haben. Es sind eher unsere Kontakte aus der Hochschule und dem Gründerumfeld auf uns zu gekommen und haben uns die Bewerbung sehr empfohlen. Mit der ersten Bewerbung zum IQ Innovationspreis wurden wir gleichzeitig aufgefordert, uns um den Hugo-Junkers-Preis zu bewerben und auf diesem Weg ist auch die Initiative „Gründerpreis“ im Saalekreis auf uns aufmerksam geworden.

Was würden Sie im Nachhinein als größten Gewinn bezeichnen: die öffentliche Ehrung, den monetären Gewinn oder die fachliche Auseinandersetzung?

Beim IQ Innovationspreis gab es für den 2.Platz kein Preisgeld. Aber die Urkunde war für uns auch völlig in Ordnung, zumal wir einen dreifach schönen öffentlichen Rahmen hatten: Der erste Pitch war noch nicht so spektakulär, der zweite Pitch war auf der Leipziger Messe, wo man auch nicht alle Tage ist, und die Festveranstaltung in Zwickau war dann schließlich sehr schön und gelungen. Am schnellsten ging mein Puls aber am 6. Dezember, als wir nicht den dritten, auch nicht den zweiten, sondern den ersten Platz als Innovativstes Start-up belegten und uns Minister Willingmann in der sehr beeindruckenden Leopoldina auszeichnete.

Also die öffentliche Ehrung?

Auf jeden Fall vor dem monetären Gewinn. Aber auch die fachliche Auseinandersetzung vor den hochkarätig besetzten Jurys hat uns letztlich viel gebracht. Insbesondere für die Kategorie Innovativstes Start-up beim Hugo-Junkers-Preis haben wir uns selbst noch einmal hinterfragt und definiert: Wo wollen wir eigentlich hin? Uns hier weniger akademisch und mehr als Start-up zu präsentieren, welches die Welt erobern will, darauf hat mein Geschäftspartner Oliver Punk bestanden. Und ich glaube, dass es sowohl im Wettbewerb um den Preis als auch für uns das Richtige war.

Wie würden Sie Kosten und Nutzen einschätzen?

Die Bewerbung ist natürlich mit Vorbereitungen und Aufwand verbunden. Man muss sich auf die Pitches gut vorbereiten, das heißt, seine Geschäftsidee glaubhaft vorstellen und da gehen schon ein paar Stunden in Summe rein, die woanders wieder fehlen. Allerdings wachsen die Erfahrungen auch mit jeder Bewerbung und der Aufwand wird geringer.

Hat Sie die Vorbereitung auf die Pitches auch persönlich weitergebracht?

Ja, auf jeden Fall. Man muss sich überlegen, wie man sein Geschäft einer Zuhörerschaft vermittelt, die nicht so im Thema steckt, Gesamtzusammenhänge, vielleicht auch krude Zusammenhänge verständlich darstellt. Ich persönlich habe durch den Hugo-Junkers-Preis eine Antwort auf die Frage gefunden: Wieviel Firmengründer darf man denn als Professor einer Hochschule sein? Geht dieser Spagat überhaupt? Mit dem Preis war für mich die wichtige Botschaft verbunden, dass dieser Weg explizit gewünscht ist und auch Vorteile für die Hochschule bringt, sodass ich in dieser Frage jetzt viel gelassener bin und die Dinge viel selbstverständlicher angehen kann.

Würden Sie sich wieder um die Preise bewerben?

Ja, wir würden uns auch wieder bewerben.

 

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