Startseite | Impressum
Innovativer Ansatz

08/21/18

Selbstheilende Elastomere erforscht

Dr. Katja Oßwald in einem der Labore an der Hochschule Merseburg.
KAT_Hochschule Merseburg_Selbstheilende Elastomere Katja Oßwald

Aus verschiedenen Forschungsarbeiten ist bereits bekannt, dass sich Elastomere auch selbst heilen können, damit Kunststoffprodukte länger nutzbar sind. An der Hochschule Merseburg haben Wissenschaftler*innen mit Unterstützung des KAT nun einen eigenen Ansatz verfolgt. Die Idee dazu hatte Dr. Katja Oßwald.

Frau Dr. Oßwald, warum haben Sie die Initiative für das Forschungsprojekt ergriffen?

Die Idee dazu habe ich von einer Konferenz mitgebracht, auf der es unter anderem um selbstheilende Elastomere ging. Ich wusste, dass es dazu auch schon an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg frühere Arbeiten gab und wollte sie weiterführen. 

Wer war beteiligt?

Die Arbeit wurde im Wesentlichen von einem unserer Promovenden geleistet. Die Forschungsarbeit ist für 6 Monate über KAT-Mittel gefördert worden. Bei mir lag die wissenschaftliche Begleitung.  

Die Ergebnisse des Promotionsprojekts im Überblick. Das Poster wurde auf einer Tagung vorgestellt.
KAT_Hochschule Merseburg_Selbstheilende Elastomere
Was haben Sie herausgefunden?

Wir haben uns speziell EPDM-Elastomere angeschaut, bei denen ein einzelner Riss normalerweise sehr zerstörerisch sein kann. Wir haben sie mit anderen Elastomeren verblendet, um eine optimale Rezeptur dafür zu finden, dass Risse unter anderem durch den Einfluss von erhöhten Temperaturen von selbst wieder ausgeheilt werden. Die Versuche zu diesen binären Blends waren vielversprechend. 

Lassen sich die Ergebnisse schon anwenden?

Momentan sind wir noch in der Grundlagenforschung. Die ersten Ergebnisse wurden über ein Poster veröffentlicht. Es sind jetzt weitere Versuche mit verschiedenen Elastomeren notwendig, auch um zu sehen, auf welche Produkte der Ansatz anwendbar ist. Theoretisch kommen zum Beispiel Autoreifen in Frage.

Das heißt die Förderung über sechs Monate war zu kurz, um ein anwendbares Ergebnis in der Hand zu halten?

Das ist bei einem so komplexen Thema nicht überraschend. Dennoch konnten wir in unseren Laboren mit der Arbeit des Promovenden wichtige Fragen klären. Außerdem ist aus Sicht des Wissenschaftlers jedes Ergebnis interessant, weil es auch in anderen Bereichen wichtig werden kann. Es ist immer gut, auch mal links und rechts zu schauen.

Frau Dr. Oßwald, vielen Dank!